Schmerz- und Palliativzentrum

Center of Excellence

Im Schmerz- und Palliativzentrum am Campus Benjamin Franklin werden Patienten mit akuten und chronischen Schmerzen behandelt. Ansprechpartner für den akuten Schmerz, z.B. nach Operationen, ist der Akutschmerzdienst (ASD). Bei chronischen Schmerzen wird primär die Hochschulambulanz für Schmerztherapie konsultiert. Patienten mit Schmerzen oder anderen belastenden Beschwerden in der Folge einer Tumorerkrankung im Endstadium werden vom Palliativ-Konsiliardienst gesehen. Für spezielle Krankheitsbilder besteht eine enge Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus Psychosomatik, physikalischer Medizin, Neurologie, Neurochirurgie und Rheumatologie.
Das Schmerzzentrum ist seit der Berufung von Professor Dr. med. Christoph Stein zum Lehrstuhlinhaber für Anästhesiologie ein Exzellenzzentrum der Charité zur Schmerzbehandlung mit internationaler Reputation.

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Besondere Expertise

Besondere Beratungsangebote des Schmerz- und Palliativzentrums sind für Patienten mit M. Sudeck (CRPS) in Kooperation mit der Klinik für Unfallchirurgie etabliert, für Patientinnen mit Endometriose-assoziierten Schmerzen mit der Klinik für Frauenheilkunde und für Patienten mit Sklerodermie mit der Klinik für Rheumatologie. Das Schmerz- und Palliativzentrum ist qualitätszertifiziertes Mitglied des Brust-, Endometriose- und Prostatakrebszentrums.

Patienten mit besonders komplexen chronifizierten Schmerzsyndromen können interdisziplinär untersucht und behandelt werden. Eine erweiterte schmerzpsychologische Evaluation gehört zum Standard der Differentialdiagnostik und Therapie. Bei entsprechender Indikation besteht die Möglichkeit einer stationären multimodalen Therapie in Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychosomatik.

Patienten mit einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung werden zusammen mit Kooperationspartnern innerhalb und außerhalb der Charité palliativmedizinisch beraten. Der Palliativ-Konsiliardienst betreut Patienten mit progredienten und weit fortgeschrittenen Erkrankungen. In der Regel handelt es sich um Tumorerkrankungen, die mit einer deutlich eingeschränkten Lebenserwartung einhergehen. Das Behandlungsziel ist bei diesen Patienten die bestmögliche Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Lebensqualität. Es kommen auch invasive Schmerztherapietechniken wie Spinalkatheter und Plexus coeliacus-Neurolysen zur Anwendung.

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Lehre

In Kooperation mit anderen Kliniken der Charité ist die Schmerztherapie in die Ausbildung von Medizinstudenten implementiert worden. Das Benjamin Franklin Schmerz- und Palliativzentrum trägt die Lehreverantwortung für das neue Querschnittfach 13 „Palliativmedizin und Schmerzmedizin“ im Humanmedizinstudium an der Charité (weitere Informationen finden Sie auf der Seite Studium).

 

Ziel einer langjährigen Zusammenarbeit mit der Universität von Nairobi ist in einer zusammenwachsenden Welt die Etablierung von schmerztherapeutischen Aus-, Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten in Kenia und anderen Entwicklungs- und Schwellenländern in Afrika

Schmerzmedizin weltweit

Ein „Recht auf Schmerztherapie“ wird inzwischen als selbstverständlich angesehen und die Ergebnisse der klinischen und Grundlagenforscher ermöglichen es uns heute, Schmerzen besser zu verstehen, zu vermeiden und zu behandeln.
Leider wird oft übersehen, dass dies fast nur für die wenigen Länder Westeuropas und Nordamerikas gilt. Die weltweite Realität ist, dass es an der Wahrnehmung von zu behandelnden Schmerzen meist fehlt und auch einfache Therapiealgorithmen und Analgetika nicht zur Verfügung stehen.
Der Sprecher der Developing Countries Taskforce der Internationalen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (Öffnet externen Link im aktuellen FensterIASP), Sir Michael Bond, stellte fest:
„In developing countries available resources for health care understandably focus on the prevention and treatment of „killer“ diseases. Yet most such conditions are accompanied by unrelieved pain which is why pain control matters in the developing world.“

Gerade weil es in den meisten Ländern mindestens mittelfristig keine adäquaten kausalen Therapieangebote geben wird, ist es notwendig, zumindest palliative Therapieansätze der Symptomkontrolle, insbesondere ein adäquates Schmerzmanagement, zugänglich zu machen.
Das Schmerz- und Palliativzentrum an der Klinik für Anästhesiologie am CBF engagiert sich unter der Leitung von Dr. A. Kopf seit 2004 für die an die lokalen Bedingungen angepasste Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Schmerzmedizin. Als Herausgeber ist das erste Lehrbuch für Schmerzmedizin für „Entwicklungsländer“ entstanden (Öffnet externen Link im aktuellen FensterIASP Press, 2010, online verfügbar unter Öffnet externen Link im aktuellen Fenster„Pain Management in Low Resource Settings“). Ein Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit mit der Öffnet externen Link im aktuellen FensterUniversität von Nairobi in Kenia und mit der serbischen Schmerzgesellschaft (SAPRT).

Weitere Informationswünsche und Unterstützungsangebote richten Sie bitte an Dr. A Kopf (Visiting Professor, Dept. of Medical Physiology, University of Nairobi, Kenia / Sprecher, Arbeitskreis „Schmerzmedizin weltweit“ der DGSS, Developing Countries Taskforce der NeuPSIG).

Team

Das Team des Schmerz- und Palliativzentrums besteht aus vier Fachärzten für Anästhesiologie und dre algesiologischen Fachassistentinnen. Zwei Ärzte besitzen die Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ und „Palliativmedizin“.

Ausstattung

  • Überwachungsplatz und CT/MRI für bildgebungsgesteuerte invasive Diagnostik und Therapie
  • QST (Quantitative Sensorische Testung) zur Diagnostik von Sensibilisierungsprozessen
  • Bio-Feedback-Gerät zur Beeinflussung von Muskelspannungszuständen
  • Gruppenraum für Schmerzbewältigungstraining
  • behindertengerechter Zugang und Behandlungsmöglichkeit für Liegendkranke
  • 24-Stunden-Hotline für Palliativpatienten

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Interdisziplinäre offene Schmerzkonferenz

Eines der wichtigsten Instrumente der Diagnostik und der Therapieplanung für chronische Schmerzpatienten ist die interdisziplinäre Schmerzkonferenz. Die Benjamin-Franklin- Schmerzkonferenz findet wöchentlich statt und ist offen für Gäste. Sie wird von Oberarzt  Dr. med. Andreas Kopf geleitet. Seit 1995 sind mehr als 2.500 Patienten in fast 800 Konferenzen vorgestellt worden, für die in interdisziplinärer Diskussion Behandlungsstrategien erarbeitet  wurden. Die Schmerzkonferenzen dienen der direkten Kommunikation der beteiligten Fachgebiete und ermöglichen auf kurzem Wege eine integrierte Behandlung. Zudem können seltene und komplexe Schmerzerkrankungen zum Nutzen von Ärzten in der Weiterbildung für die Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie  diskutiert werden. Ärzte aller Fachgebiete und Institutionen sowie niedergelassene Ärzte können nach Anmeldung eigene Patienten vorstellen. Die Schmerzkonferenz ist von der Ärztekammer Berlin als Fortbildung mit 2 Punkten zertifiziert. Am letzten Mittwoch im Monat findet zusätzlich ein Kolloquium zu aktuellen Fragestellungen in der Schmerztherapie statt. Dieses sogenannte PIG(Pain Interest Group)-Meeting  ist ebenfalls von der Ärztekammer Berlin zertifiziert. Eine vorherige Anmeldung zur Teilnahme ist nicht notwendig.

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Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Michaela Deparade

Allgemeine Informationen,  Patientenanmeldung für die interdisziplinäre offene
Schmerzkonferenz, Überweisungen, Terminabsprachen fürPatienten und Hospitationen

Sekretariat des Schmerz- und Palliativzentrums | t: +49 30 8445 3386 | f: +49 30 8445 2047

Leiter: OA Dr. med. Andreas Kopf

Schmerztherapeutische Beratung, Hospitationsmöglichkeiten, Studentenanfragen

Leiter des Schmerz- und Palliativzentrums | t: +49 30 8445 2874 | f: +49 30 8445 2047

Globales Jahr gegen den Neuropathischen Schmerz

 

Weitere Informationen finden sie hier: undefinedIASP

Aktuelle Veranstaltungen

733. interdisziplinäre Schmerzkonferenz
Einladung

4. Lehre Workshop
Programm

20. Benjamin Franklin/Berliner Schmerztag
Programm 

Ganzjährig: PIG-Meeting
Programm

Ganzjährig: Interdisziplinäre Schmerzkonferenz
Einladung

Zertifizierung

Das Qualitätsmanagement der Klinik für Anästhesiologie m.S. operative Intensivmedizin am Campus Benjamin Franklin ist seit 2009 nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Zertifikat

Kontakt-Informationen

Für Auskünfte und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Unsere Kontaktinformationen finden Sie hier.

Der Weg zu uns

Informationen, wie Sie unsere Klinik mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto erreichen können, finden Sie unter: Der Weg zu uns.