Antibiotika-Therapie bei Intensivpatienten

Infektionen sind sowohl als Aufnahmegrund (z.B. ambulant erworbene Lungenentzündung) als auch als Komplikation (z.B. Katheterinfektionen) von großer Bedeutung auf der Intensivstation. Antibiotika stellen eine kausale Therapie dar und tragen so wesentlich zur Versorgung kritisch kranker Patienten bei. Der Verbreitung resistenter und damit schwierig zu behandelnder Erreger steht jedoch nur eine kleine Zahl an neu entwickelten Medikamenten gegenüber. Gleichzeitig behandeln wir in zunehmendem Umfang durch hohes Alter, schwere Vorerkrankungen und umfangreiche Operationen geschwächte Patienten.

Die optimale Anwendung der verfügbaren Antibiotika ist deswegen eine wichtige Aufgabe. Dafür muss der richtige Patient das richtige Antibiotikum in der richtigen Dosierung für die richtige Dauer erhalten. Dosisempfehlungen, die an nicht kritisch kranken Patienten erprobt wurden, sind häufig nicht ideal für Patienten auf der Intensivstation, bei denen die Verteilung der Medikamente im Körper sowie die Ausscheidung (Pharmakokinetik) durch die gravierenden Veränderungen – durch Krankheit (z.B. Nierenversagen), aber auch durch die Therapie (z.B. Nierenersatztherapie) bedingt – massiv verändert sein können. Die Kontrolle der tatsächlichen Konzentrationen ist nur für einzelne Substanzen in der Routine möglich, für die meisten aber nicht verfügbar. Ein besseres Verständnis der zu erwartenden Veränderungen der Pharmakokinetik bei Intensivpatienten ermöglicht individuell angepasste Dosierungen, die zu einer erfolgreicheren Behandlung beitragen könnten.

Auf unserer Intensivstation führen wir Untersuchungen zur Pharmakokinetik verschiedener Antibiotika an kritisch kranken Patienten durch. Analyse und Auswertung der pharmakokinetischen Daten erfolgt in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Regensburg, wo die meisten Konzentrationsbestimmungen per HPLC vorgenommen werden, sowie der Abteilung Klinische Pharmazie und Biochemie des Instituts für Pharmazie der Freien Universität Berlin. Anhand der Daten unserer eigenen Patienten, aber auch derer weiterer Kooperationspartner, werden so pharmakokinetische Modelle und angepasste Dosisempfehlungen erarbeitet.

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Literatur (Auszug)

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