Perioperative fokussierte Echokardiographie

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Normalbefund (SAX)

In der täglichen Versorgung kritisch kranker Patienten im OP und auf der Intensivstation nimmt der Anästhesist eine Schlüsselstellung ein. In diesem Zusammenhang konnten Studien der letzten Jahre zeigen, dass eine individualisierte und zielgerichtete Herz-Kreislauf-Therapie („hämodynamische Therapie“) den Behandlungsverlauf solcher Patienten günstig beeinflusst. Das Ziel einer solcher Therapie ist die Sicherstellung des globalen Sauerstoffangebotes an die Gewebe durch Optimierung der Herz-Kreislauffunktion. Dies gilt vor allem bei Operationen mit erhöhtem (Blutungs-)Risiko (z.B. große Brustkorb-, Bauch-, Gefäß- und Extremitäten-Operationen) sowie bei älteren und gebrechlichen Patientinnen und Patienten. Insbesondere Patienten mit einer Herzschwäche („Herzinsuffizienz“) sind gefährdet, dass eine nicht adäquate Herz-Kreislauftherapie im OP und auf der Intensivstation zu der Entstehung von Komplikationen beiträgt. 

Hierzu stehen eine Vielzahl an Überwachungsverfahren („Monitoring“) zur Verfügung. Häufig kann hiermit jedoch nur die Einschränkung verschiedener Herz-Kreislauf- Funktionsparameter gemessen werden, ein Rückschluss auf die pathophysiologische Ursache der Einschränkung ist nicht immer unmittelbar möglich. Für eine zielgerichtete hämodynamische Therapie ist dies jedoch unabdingbar, da sich hiervon unmittelbar unterschiedliche Therapieformen ableiten lassen, z. B. Gabe von Flüssigkeit oder Steigerung der Herzkraft. 

In diesem Rahmen gewinnt die transthorakale (TTE) und transösophageale (TEE) Echokardiographie zunehmend an Bedeutung („Perioperative fokussierte Echokardiographie – PFE“). Eine hämodynamisch fokussierte Echokardiographie könnte hier neben den gewonnenen Informationen auch einen Zeitvorteil gegenüber anderen (invasiven) Monitoringverfahren bedeuten, so dass rascher und zielgerichteter eine hämodynamische Therapie begonnen werden könnte.

Die AG Herz/Kreislauf (Leitung: Univ.-Prof. Dr. Sascha Treskatsch) beschäftigt sich daher seit einigen Jahren mit der klinischen Aus-/Weiterbildung in der Echokardiographie und der Implementierung Echokardiographie-basierter hämodynamischer Therapiekonzepte im OP und auf der Intensivstation. Neben einer Vielzahl an Publikationen, Gremien-Arbeiten, (inter-)nationalen Echokardiographie-Zertifikaten ist die Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin darüber hinaus als nationale PFE-Fortbildungsstätte seitens der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) zertifiziert. 

Dieses Projekt wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.

Ihre Ansprechpartner

Dr. med. Christian Berger

Stellvertretender Klinikdirektor
Bereichsverantwortlicher Kardiologie