Sie befinden sich hier:

Anästhesie

Dr. F. Töpper
Leitende Oberärztin

Die Klinik ist für die anästhesiologische Behandlung der Patienten aller Alterstufen am Campus Benjamin Franklin zuständig. Sie unterstützt alle operativen und interventionellen Eingriffe: Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Orthopädie, Neurochirurgie, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie, Ophthalmologie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Urologie, Psychiatrie, Radiologie und Kardiologie.

Alle Behandlungsprozesse sind nach aktuellen nationalen und internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften standardisiert und werden in Behandlungspfaden und klinikeigenen Standardvorgehensweisen konkretisiert.

Es besteht die volle Weiterbildungermächtigung für den Facharzt zur Anästhesiologie, sowie die Zusatzweiterbildungen Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie und Palliativmedizin.

Leistungsspektrum Anästhesiologie

Vor dem Eingriff:

  • Individuelle Risikoevaluation in der Anästhesieambulanz
  • Risikoadaptierte Aufklärung
  • Gebrechlichkeitsscreening (Frailty)
  • Fokussierte Echokardiographie (präoperative Statuserhebung)
  • Beratung für Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten
  • Beratung zum Transfusionsmanagement
  • Partizipative Entscheidung zum Behandlungsplan

Während des Eingriffs:

  • Allgemeinanästhesie (Vollnarkose)
  • Balancierte Anästhesie
  • Total intravenöse Anästhesie
  • Sonographie-gesteuerte Regionalanästhesie
  • Periduralanästhesie
  • Kombinationsanästhesie
  • Prozedurale Sedierung
  • Elektronisches Basismonitoring
  • EEG-basierte Narkosetiefemessung
  • intraoperatives Neuromonitoring: SSEP, tcMEP, EMG
  • Fokussierte Echokardiographie (intraoperativer Verlauf)
  • Differenziertes Gerinnungsmanagement (ROTEM, ACT)
  • Zielgerichtete Flüssigkeitstherapie und Transfusionsmanagement
  • Lungenprotektive Beatmung
  • Jetventilation
  • Einlungenventilation
  • NO-Inhalation
  • Extrakorporale Organunterstützungssysteme: ECMO, CVVHD
  • Bronchoskopie
  • Wärmemanagement

Nach dem Eingriff:

  • Postoperative Behandlung im Aufwachraum
  • Postoperative Therapie von Organfunktionsstörungen
  • Schmerzbehandlung
  • Delirbehandlung
  • Postanästhesiologische Visite

siehe auch Intensivmedizin

    Besondere Expertise der Klinik

    Das anästhesiologische Leistungsspektrum umfasst alle gängigen Verfahren der Allgemein- und Regionalanästhesie und der Analgosedierung. Besondere Expertise besteht für einige spezielle anästhesiologische Techniken:

    • Polytraumaerstversorgung nach Advanced Trauma Life Support(ATLS)-Standard
    • Intubationsfreie Beatmungstechniken in der Laserchirurgie von Larynx und Trachea
    • Kontinuierliche Überwachung mittels EEG und Somato-Sensorisch Evozierte Potentiale (SSEP) in der Gefäßchirurgie
    • Kontinuierliches Monitoring des Herzzeitvolumens mittels transösophagealer Echokardiografie in der Aortenchirurgie
    • Elektrokrampftherapie in der Psychiatrie

    Die Qualität anästhesiologischen Leistungen wird durch die Orientierung an klinikinternen Leitlinien gewährleistet, die regelmäßig mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen ergänzt werden.

    Die Klinik führt alle invasiven Prozeduren in der Anästhesie, z.B. die Anlage von vaskulären Kathetern und Regionalanästhesien peripher Nerven – soweit dies möglich ist – unter Einsatz bildgebender Verfahren durch. Der Klinik stehen mehrere moderne High-end-Sonografiegeräte zur Verfügung. Die generelle Nutzung bildgebender Verfahren kommt auch für die erschwerte und schwierige Intubation zum Tragen. Hier stehen der Klinik an jedem Arbeitsplatz Video-Laryngoskope und mehrere Videobronchoskopie-Einheiten zur Verfügung. Der routinemäßige Einsatz dieser modernen Technologien und eine frühzeitige Kompetenzbildung bei den Mitarbeitern in Weiterbildung erhöht nicht nur die Erfolgsraten dieser Anästhesietechniken, sondern bedeutet auch einen erheblichen Zugewinn an Patientensicherheit.

    Informationen für Patienten

    Patienteninformationen zum Narkosevorgespräch, zur intraoperativen Tätigkeiten eines Anästhesisten und zu den Möglichkeiten der postoperativen Schmerzausschaltung erhalten sie hier.

    Anästhesieambulanz (Narkosevorgespräch)

    Bringen Sie bitte zum Prämedikationsgespräch die vollständige Patientenakte und Vorbefunde mit. Dazu gehören auch alle Untersuchungsbefunde, die durch Ihren Hausarzt oder andere Ärzte erstellt wurden. Auf dem Ihnen ausgehändigten Narkoseaufklärungsbogen beantworten Sie bitte alle Fragen. Der Anästhesist kann sich so ein umfassendes Bild vom Ihrem Gesundheitszustand machen.

    Nachdem Ihre persönlichen Befunde mit Ihnen besprochen wurden, kann eingeschätzt werden, welches Risiko bei Ihnen besteht. Wenn Sie an einer Krankheit leiden, die mit einem hohen Narkoserisiko verbunden ist, können zur besseren Einschätzung und höheren Sicherheit für Sie zusätzliche Untersuchungen erforderlich werden. Auf dieser Basis können die Vor- und Nachteile der verschiedenen Anästhesieverfahren abgewogen werden. So kann gemeinsam mit Ihnen das für Sie beste Narkoseverfahren festgelegt werden.

    Sollten Sie sich einer ambulanten Operation unterziehen, bedenken Sie bitte, dass Sie 24 Stunden lang nicht geschäftsfähig sind und keine Fahrzeuge führen dürfen. In diesem Zeitraum sollte eine erwachsene Person bei Ihnen sein.

    Verhalten am OP-Tag

    Bis 6 Stunden vor der Narkose dürfen Sie essen und Milch trinken. Babys dürfen Sie bis 4 Stunden vor der Operation stillen. Klare Flüssigkeit (z.B. Kaffee, Tee, Säfte ohne Fruchtfleisch, Limonade oder Mineralwasser) dürfen Sie oder Ihr Kind bis 2 Stunden vor der Operation trinken. Getränke mit hohem Milchanteil, wie z.B. Latte macchiato, sind nicht erlaubt.

    Bitte beachten Sie, dass Sie Schmuck und herausnehmbare Zahnprothesen vor den Transport in den Operationsbereich ablegen müssen. Ihre Fingernägel dürfen nicht lackiert sein, und legen Sie bitte kein Make-up oder stark rückfettende Gesichtscremes am Operationstag auf. Sie dürfen sich gerne vor der Operation waschen und rasieren. Ein Bart kann beispielsweise die Beatmung während der Vollnarkose erschweren.

    Am Morgen des Operationstages nehmen Sie bitte nur noch diejenigen Ihrer Medikamente (z.B. Blutdrucktabletten) ein, die der Anästhesist im Prämedikationsgespräch mit Ihnen besprochen hat. Etwa 30-60 Minuten vor der Operation bekommen Sie ein Medikament zur Beruhigung, wenn dies mit Ihnen im Prämedikationsgespräch vereinbart wurde. Für den Fall, dass  initial kein Beruhigungsmedikament gewünscht war, Sie aber dennoch stark aufgeregt sind und/oder Angst haben, melden Sie sich bitte umgehend beim Stationspersonal  

    Von den Pflegekräften und/oder dem Transportdienst werden Sie anschließend zum Operationssaal gefahren. Vor Beginn der Narkose werden zur Überwachung ihrer Herz-Kreislauf-Situation eine Blutdruckmanschette, ein EKG (Herzstrommessung) und eine Pulsoxymetrie (Sauerstoffmessgerät) angelegt sowie EEG-Elektroden zur Narkosetiefemessung auf ihre Stirn aufgeklebt. Darüber hinaus wird in eine Vene Ihres Armes eine Plastikkanüle gelegt, über die später die Narkosemittel und Infusionslösungen gegeben werden.

    Zur Narkoseeinleitung wird vorher über eine Narkosemaske Sauerstoff eingeatmet. Wir sagen Ihnen, wenn wir die Medikamente zum Einschlafen spritzen. Danach schlafen Sie langsam ein und wenn Sie tief genug schlafen, kann die Operation beginnen.

    Versorgung nach der Operation

    Nach Beendigung der Operation und Narkose werden Sie in der Regel für ein- bis drei Stunden im Aufwachraum überwacht.

    Nach ausgedehnten Operationen, bedingt durch den operativen Verlauf oder bei schweren Begleiterkrankungen kann eine Weiterbehandlung in der PACU (Post Anesthesia Care Unit) oder auf einer Intensivstation notwendig werden.

    Der Aufwachraum und mögliche weitere Behandlung

    Bereits im Aufwachraum werden erste auftretende Schmerzen behandelt. Der Raum ist primär dafür vorgesehen, schonend aufzuwachen bis Sie wieder in einem Zustand sind, wie vor der Narkose. Sollten Sie am 1. Tag nach der Operation Muskelkater und Halsschmerzen verspüren, so können  diese Beschwerden  mit der Narkose zusammenhängen. Diese Beschwerden verschwinden aber schnell wieder. Haben Sie nach der Operation Schmerzen oder Übelkeit, so melden Sie sich bitte bei der Schwester oder dem Arzt.

    PACU - Post Anesthesia Care Unit

    Patienten nach operativen Eingriffen werden immer differenzierter behandelt. Bei sehr großen Operationen kann allerdings eine Behandlung auf einer Intensivstation notwendig sein, die in aller Regel geplant ist. Behandlungen auf einer Intensivstation sind nur so lange sinnvoll, wie sie aufgrund der Gefährdung Ihrer lebenswichtigen Organfunktionen notwendig sind.

    Falls nur eine kurzfristige Behandlung von wenigen Stunden Dauer erforderlich ist, nennt man das eine "Post Anesthesia Care Unit", kurz PACU. Auf unserer PACU, die in räumlicher Nähe zu mehreren Intensivstationen liegt, wird rund um die Uhr (über ein Schicht- und Rufdienstmodell) ärztliches und pflegerisches Intensivpersonal vorgehalten. Es ermöglicht uns weitaus flexibler, vor allem aber patientenadaptiert, eine optimale Versorgung sicherzustellen.

    Informationen für Angehörige von Patienten, die auf einer unserer Intensivstationen behandelt werden, finden Sie auch hier.

    Postoperative Intensivtherapie

    Bei schwierigen und langen Eingriffen sowie Notfällen und Lebensgefährdung wird nach der Operation eine Behandlung auf einer Intensivstation notwendig.

    Bis zur vollständigen Wiederherstellung aller lebensnotwendigen Funktionen kann z. B. über den "Intubationsschlauch" eine künstliche Beatmung notwendig sein. Dabei können Sie vorübergehend, bis der Schlauch wieder entfernt wird, nicht sprechen. Die Pflegekräfte können sich trotzdem mit Ihnen verständigen.

    Wenn Sie nicht essen und trinken dürfen, können Ihnen über einen Magenschlauch oder über einen Venenkatheter Nährstoffe zugeführt werden. Ihre Herz- und Kreislauffunktionen werden über Herzstrommessung (EKG) und arterielle Blutdruckmessung überprüft. Über einen Blasenkatheter fließt der Urin ab.

    Diese zu Ihrer Behandlung notwendigen Maßnahmen sind zwar für Sie lästig, werden aber so früh wie möglich wieder beendet, wenn Sie sich erholen. Auf der Intensivstation wird sich immer ein Arzt oder eine Schwester oder Pfleger speziell um Sie kümmern. Sie werden nicht allein sein. Da die Geräte mit verschiedenen Alarmtönen ausgerüstet sind, und sich auf der Intensivstation mehrere Patienten befinden, werden Sie eine ungewohnte und vielleicht für Sie beunruhigende Geräuschkulisse erleben, die Sie nicht verunsichern soll.