Fort- und Weiterbildung an der Klinik für Anästhesiologie

Im Aufgabenspektrum der Klinik stellt die Weiterbildung von Ärzten einen Schwerpunkt dar. Ziel der Weiterbildungen an der Klinik ist die Sicherung der Qualität ärztlicher Berufsausübung. Umfang und Inhalt sind im Land Berlin in den Richtlinien über den Inhalt der Weiterbildung und in der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Berlin festgelegt.

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Weiterbildungskonzept

Sowohl für 60 Monate Facharztweiterbildung als auch für die volle Dauer der Zusatzweiterbildungen anästhesiologische Intensivmedizin, spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin und Notfallmedizin sind Weiterbildungsbefugnisse am Campus vorhanden.

Einarbeitung

Während der ersten 4-6 Berufswochen findet die Einarbeitung in die anästhesiologische Patientenversorgung bei operativen Eingriffen statt. Unter ständiger Supervision eines Ausbilders lernt der Weiterbildungsassistent grundlegende anästhesiologische Arbeitstechniken, die Besonderheiten der ärztlichen Gesprächsführung, der interdisziplinären Zusammenarbeit sowie der Aufklärung und Befunddokumentation. Der Einarbeitungsbereich ist dem Stufenplan zu entnehmen. Organisatorische Belange werden den Kolleginnen und Kollegen zusätzlich durch einen regelmäßig aktualisierten Einarbeitungsordner vermittelt, es finden regelmäßig Geräteeinweisungen und Belehrungen statt.

Stufen- und Rotationsplan

Die Ausbildung ist in einem Stufenplan organisiert, um Weiterbildungsassistenten im gesamten Spektrum des Facharztgebietes ausbilden zu können. Die Ausbildung findet in der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin am Standort Campus Benjamin Franklin (CBF) im Verbund mit dem CharitéCentrum 07 „Anästhesiologie und Intensivmedizin“ (Campus Charité Mitte (CCM) sowie Campus Virchow-Klinikum (CVK)) sowie externen Rotationspartnern statt. Im Rotationsplan (s. Stufenplan) werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die jeweiligen Rotationstufen (mind. 3 Monate) in die einzelnen Bereiche eingeteilt. Es werden grundsätzlich die Bedürfnisse der Mitarbeiter hinsichtlich ihrer Ausbildungsziele berücksichtigt, daneben erfolgt die Priorisierung der Einteilung in die operativen Fachgebiete nach geplanten Forschungsvorhaben. Integriert in diesen Stufenplan ist der Einsatz der Mitarbeiter in der Zentralen Einleitung (ZE). In der ZE findet die anästhesiologischen Vorbereitungen der Patienten parallel zu den laufenden statt. Die dort eingeteilten Mitarbeiter haben auf Grund des hohen Patientenaufkommens die Möglichkeit, unter Facharztanleitung hochverdichtet eine große Anzahl von Allgemeinanästhesien durchzuführen und zeitnah arterielle und zentralvenöse Zugänge sowie rückenmarksnahe und periphere Blockadetechniken (mit und ohne Katheter, Ultraschall- oder Nervenstimulator-gesteuert) anzuwenden. Außerdem kann hier das Management schwieriger Atemwege (z.B. mit fiberoptischer Intubation) unter Anleitung sowie die perioperativ fokussierte Echokardiographie erlernt werden.

Mitarbeiter-/Mentorengespräche

Während jeder Rotation wird den Weiterbildungsassistenten durch die Bereichsoberärzte eine Rückmeldung zu ihrer Ausbildungssituation gegeben. Diese Mitarbeiter-/Rotationsgespräche werden strukturiert dokumentiert und sind Grundlage für die jährlichen Gespräche mit den Weiterbildungsermächtigten gemäß der aktuellen Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Berlin. Neben der täglichen Facharzt-/Oberarzt-Supervision in den einzelnen operativen, interventionellen und intensivmedizinischen Bereichen werden zudem alle Weiterbildungsassistenten des 1.-4. (obligat) sowie des 5. Weiterbildungsjahres (fakultativ) in einem strukturierten, longitudinalen Mentoring-Programm von Fach-/Oberärzten unabhängig von Ihrem aktuellen klinischen Einsatzort begleitet.

Weiterbildungsportfolio

Ein Weiterbildungsportfolio beinhaltet sowohl das von der Ärztekammer geforderte Logbuch mit den Facharzt-relevanten Weiterbildungsinhalten als auch sämtliche Weiterbildungsnachweise wie Fortbildungen, Zeugnisse, Fachkunden, Projekte, und Veröffentlichungen.

Fort- und Weiterbildungsangebot der Klinik (Auszug)

  • einmal wöchentlich nachmittags Klinikfortbildung zu allen relevanten Themen der Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie
  • wöchentliche Fortbildungen von Assistenten für Assistenten
  • wöchentlich stattfindender Journal Club
  • Regionalanästhesiekurse an anatomischen Präparaten und in vivo Modellen
  • BLS-, ACLS-, EPLS-Kurse in Kooperation mit dem Simulationszentrum der CharitéUniversitätsmedizin Berlin
  • Difficult Airway Training
  • Regelmäßige, stützpunktspezifische NEF-Fortbildung
  • monatliche interdisziplinäre Schmerzkonferenz
  • Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen
  • Ethische Fallbesprechungen
  • DGAI-Fortbildungen einmal monatlich
  • Anästhesiologische und intensivmedizinische Repetitorien
  • Strukturiertes Weiterbildungskonzept bzgl. Anästhesie-relevanter Ultraschalltechniken (Regionalanästhesie, Echokardiographie) mit zertifiziertem Abschluss

Curriculum Atemweg-Management

Das Atemwegs-Management ist eine anästhesiologische Kernkompetenz.

Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, ein strukturiertes Weiterbildungskonzept zu implementieren, dieses während der Weiterbildung zum Facharzt für Anästhesiologie um- und hierüberhinaus zum Erhalt erworbener Kompetenz kontinuierlich fortzusetzen. Aktuelle neue wissenschaftliche und medizintechnische Entwicklungen fließen hierin ebenso ein und ermöglichen so ein stets aktuelles gestaffeltes Curriculum.
Mithilfe dieses Curriculums werden den ärztlichen Mitarbeitern unserer Klinik systematisch die Standards des Managements des Atemweges und die aktuellen Algorithmen zum Management des „schwierigen Atemwegs“ vermittelt sowie die praktischen Fähigkeiten zur Anwendung in der individuellen Behandlung trainiert.

Zur Erlangung der Weiterbildungsziele bedarf es der Teilnahme an den jeweiligen theoretischen und praktischen aufeinander abgestimmten Modulen. Mit erfolgreich nachgewiesener Modul-Teilnahme werden die Voraussetzungen erworben, die erlernten Techniken/Kompetenzen in der klinischen Routine zunächst unter Supervision und schließlich selbstständig anzuwenden.

Der Basisblock besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Hier wird das grundsätzliche Atemwegs-Management für elektive und nichtkomplizierte Fälle besprochen und die Intubation im Anschluss an der Puppe geübt.

Die Grundlagen-Blöcke beinhalten respektive die primär fiberoptische Intubation und die Anwendung der erweiterten Atemwegssicherungsmethoden. Die theoretischen Anteile stellen die SOP „Notfall – schwieriger Atemweg“ bezüglich des erwartet und unerwartet schwierigen Atemweges vor und sind Voraussetzungen zur Teilnahme an den jeweiligen praktischen Atemwegs-Management-Modulen. Hierin werden die Inhalte des theoretischen Anteiles in kleinen Gruppen am Modell demonstriert und geübt.

Innerhalb der Fortgeschrittenen-Blöcke werden praktisch und theoretisch komplexere Techniken (Jet, Konitomie, Ventrain, etc.) zur Beherrschung eines schwierigen Atemweges in Kleingruppen besprochen und an der Puppe geübt (fiberoptische Intubation in Narkose unter manueller Beatmung über Mainzer Adapter oder via Larynxmaske, vom Larynxtubus zur endotrachealen Intubation, Indikation und Einsatzmöglichkeit von Exchange- Frova- und Reintubationskatheter, Indikation und Einsatz der Ravusin-Kanüle und des Ventrain-Systems).

Den oft besonderen Umstände der Atemwegssicherung auf der Intensivstation wird ein gesonderter Block für die Intensivmedizin gewidmet. Er ist für die Kollegen ausgerichtet, die ihre Tätigkeit auf der Intensivstation aufgenommen haben. Hierbei werden die strukturellen Besonderheiten auf der Intensivstation bei der Versorgung schwerkranker Patienten im Kontext des Atemwegs-Managements diskutiert und in praktischer Umsetzung an der Puppe geübt.

Wöchentliches Angebot an Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen zum kompletten Leistungsspektrum der Klinik

 

Regelmäßige Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen mit internen und externen Referenten vermitteln theoretische Kenntnisse, die die praktische Weiterbildung ergänzen.

Ergebnisse aktueller Studien werden in Journal Clubs diskutiert und vermittelt.