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Intensivmedizin

In der Intensivmedizin geht es um die Überwachung, Prävention und Behandlung von möglichen Organfunktionsstörungen. Je nach Schweregrad des Organversagens können Medikamente oder apparative Techniken zum Einsatz kommen, die die Organfunktion unterstützen oder vorübergehend komplett ersetzen. Es erfordert eine besondere Kompetenz des Behandlungsteams, die Behandlung stets nach evidenzbasierten Grundlagen zu steuern. Damit helfen wir PatientInnen, ihre Erkrankung nicht nur zu überstehen, sondern eine bestmögliche Lebensqualität nach überstandener Erkrankung zu erhalten.

Mit der "ICU Liberation", d.h. der Befreiung der Intensivmedizin von alten Denkmustern (z.B. „Übersedierung“), verfolgt unsere Klinik einen fortschrittlichen Ansatz zur intensivmedizinischen Behandlung. Wir stehen für wache, kooperative PatientInnen, die mit ihren Angehörigen kommunizieren und ihre Wünsche äußern können.

Es besteht die volle Weiterbildungsbefugnis zum Erwerb der Zusatzbezeichnung Intensivmedizin.

Dr. med. Stefan Angermair

Leitender Oberarzt
Leiter Intensivmedizin
Transplantationsbeauftragter Arzt
Hygienebeauftragter Arzt

Enrico Schlunk

Pflegeleitung 44i und PACU

Intensivstation 44i

Die interdisziplinäre operative Intensivstationen S44 i und S44 p unter Leitung der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin am Campus Benjamin Franklin ist eine der größten Intensivstationen der Charité und als Level -I- ICU klassifiziert. Unser Leistungsspektrum umfasst die ganzheitliche Intensivmedizin (inkl. ECMO/ECLS), Notfallmedizin, Schmerzmedizin und Palliativmedizin.

Unser interprofessionelles Pflegeteam besteht aus Pflegefachpersonen,  Atemtherapeut:innen , Krankenpflegehelfer:innen, Caremanager:innen , Servicekräften und Transportdiensten.

Diese stehen in enger Kooperation mit ärztlichen Kolleg:innen, Psychiolog:innen und Physiotherapeut:innen.

Durch die geballte fachliche Expertise, der genannten Berufsgruppen, erreichen wir eine optimale medizinische und pflegerische Krankenversorgung und verfolgen somit einen ganzheitlichen Ansatz in Therapie, Pflege und Fürsorge.

Wir verpflichten uns gemeinschaftlich zu höchster Qualität der Krankenversorgung und behandeln entsprechend dem aktuellen Pflegestandards und Qualitätsstandards der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. Mehrfach tägliche interdisziplinäre Visiten mit Ärzt:innen und Pflegekräften ermöglichen es, aktiv im Behandlungsprozess integriert zu sein und mitwirken zu können.

Qualitätszirkel zu Wunde, Schmerz, Ernährung, Sturz, Delir, Dokumentation und Hygiene sind ein essentieller Bestandteil unserer Qualitätssicherung.

Prozessanalysen in Form von Morbiditäts-und Mortalitätskonferenzen, ethische Fallkonferenzen und Teamsitzungen tragen zu einer Verbesserung der Behandlungsqualität bei.

Im Pflegeteam setzen wir sowohl wertschätzende Umgangsformen als auch wertschätzende Kommunikation voraus, welche den Teamgeist erhöht und somit auch die Qualität der Arbeit.

Wir setzen auf Weiterentwicklung und Förderung jedes einzelnen Mitarbeitenden. Dazu bieten wir vielseitige Formen von Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten an, wie zum Beispiel Spezialisierungs - und Fachvertiefungsprogramme für die Intensivmedizin (SpeFa) sowie Praxisanleiterkurse.

Bei Anstreben einer akademischen Qualifizierung bietet die Charité eine Vielzahl von berufsbegleitenden Studiengängen wie zum Beispiel „Erweiterte klinische Pflege“, „Pflegepädagogik“ und „Pflegemanagement“ an.

Zusätzlich ist die Charité ein sehr familienfreundliches Unternehmen. Wir ermöglichen Mitarbeitenden der Pflege verschiedene Arbeitsmodelle, um flexibel sein zu können und dadurch eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erreichen.

Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben, freuen wir uns über jede Kontaktaufnahme. Hospitationen sind jederzeit möglich, unser Team heißt Sie herzlich Willkommen.

Leistungsspektrum Intensivmedizin

  • Multiprofessionelle, interdisziplinäre Visiten
  • Atmungstherapeutische Maßnahmen
  • Tägliche Visiten durch einen Facharzt mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin
  • Frühmobilisation und Maßnahmen zur Entwöhnung von der Beatmung inkl. transkutaner CO2-Messung, etc.
  • Transpulmonale Herzzeitvolumenmessung und Messung des extravaskulären Lungenwassers
  • Differenzierte lungenprotektive Beatmungsstrategien einschließlich Beatmung mit Stickstoffmonoxid und seitengetrennte Ventilation, Bronchoskopie
  • Verfahren und Interventionen zur Sicherung des Atemwegs, Bronchoskopien, Dilatative Tracheotomie
  • Extrakorporale Organunterstützungssysteme: pulmonal (Oxygenisierungs- und CO2-Eliminationsverfahren (vvECMO)), kardial (vaECMO, ECLS), Niere (CVVHD, CVVHF/CVVHDF)
  • Differenziertes hämodynamisches Monitoring, einschließlich transthorakale und transösophageale Echokardiographie (TTE und TEE) sowie Lungensonographie (LUS)
  • Delir-Screening, Prävention und Therapie
  • Differenziertes Neuromonitoring
  • Zielorientierte Sedierung, Messung der Sedierungstiefe
  • Zielorientierte Analgesie, Messung der Schmerzstärke
  • Zielgerichtete Flüssigkeitstherapie und Transfusion
  • Überwachung und Therapie des erhöhten intrakraniellen Druckes (ICP-Management)
  • Antibiotic Stewardship
  • Maßnahmen zur Infektionsprävention und Infektionsmanagement
  • Frühe enterale Ernährung
  • Partizipative Entscheidungsstrategien
  • Inklusiver Umgang mit Angehörigen
  • Strukturierte Patienten- und Angehörigenkommunikation
  • Ethikberatung
  • Palliative Intensivmedizin
  • Experten-moderierte Entscheidungen am Lebensende (EOLD)
  • Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls, Konditionierung von Organspendern