Intensivmedizin: Informationen für Patienten und Angehörige

Intensivmedizin ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit der Diagnostik und Therapie von lebensbedrohlichen Zuständen und Krankheiten befasst. Das Ziel der Intensivtherapie ist die völlige Wiederherstellung der Gesundheit oder wenigstens das Erreichen eines weitgehenden autonomen Zustandes durch die interdisziplinären Zusammenarbeit aller beteiligter Fachabteilungen.

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Wann ist eine Behandlung auf der Intensivstation erforderlich?

Eine Intensivüberwachung oder Intensivbehandlung wird für Sie nach einer Operation dann erforderlich, wenn die Schwere Ihrer Erkrankung, das Risiko von Begleiterkrankungen oder der eingreifende Charakter einer Operation eine besonders intensive pflegerische sowie apparative Überwachung und spezielle Behandlungsverfahren erfordern.

In der Regel wird während der präoperativen Visite mit den Betroffenen besprochen, ob eine postoperative Überwachung auf der Intensivstation nötwendig ist. Manchmal entscheidet der zuständige Anästhesist und Operateur aber auch aufgrund des Verlaufs der Operation, dass nach dem Eingriff eine Intensivüberwachung oder Intensivbehandlung angezeigt ist.

Während sich der Patient oder die Patientin auf der Intensivstation befinden, werden die Körperfunktionen während der Narkose kontinuierlich überwacht. Falls erforderlich, werden gestörte Körperfunktionen unterstützt oder ersetzt bis sie sich wieder erholt haben. Welche Überwachungs- und Behandlungsverfahren zum Einsatz kommen, hängt vom Einzelfall ab.

Auskünfte

Für Auskünfte über Ihre Angehörigen steht Ihnen der diensthabende Stationsarzt zur Verfügung.
Haben Sie bitte Verständnis, dass Sie es mit unterschiedlichen Ansprechpartnern zu tun haben können.

Wir dürfen am Telefon nur in Ausnahmefällen Auskunft über Patienten erteilen und auch nur dann, wenn Sie uns als Angehörige persönlich bekannt sind. Die zuständigen Oberärzte der Intensivstation stehen Ihnen in der Oberarztsprechstunde zur Verfügung. Nach Vereinbarung können Sie auch mit dem Leiter der Klinik, Herrn Professor Stein, sprechen. Bitte rechnen Sie für ein ausführliches Gespräch Wartezeiten ein.
Alle wichtigen Kontakte finden Sie hier auf einen Blick:

Besuchszeiten

Die Kernbesuchszeit ist von 15:30 - 18:00 Uhr. Generell können Besuchszeiten aber individuell nach Rücksprache mit uns gestaltet werden. Regelmäßige, nicht zu lange Besuche von höchstens zwei Besuchern zur gleichen Zeit strengen den Patienten am wenigsten an.

Bei Besuchen am Vormittag bitten wir um eine telefonische Voranmeldung. Bedingt durch die organisatorischen Abläufe sind Besuche am Nachmittag in der Regel am günstigsten. In der Zeit von 20:00 - 7:00 Uhr möchten wir Nachtruhe für unsere Patienten gewährleisten und bitten Sie, von Besuchen Abstand zu nehmen.

Unsere Intensivstation befindet sich im 6. Obergeschoss im Bettenhaus 2. Sie erreichen die Station mit den Aufzügen 10, 11 und 12. Bitte melden Sie sich über die Klingel bei einer Pflegekraft, bevor Sie die Station betreten.

Hygiene ist auf Intensivstationen sehr wichtig. Bitte desinfizieren Sie sich vor dem Betreten des Patientenzimmers und nach Verlassen des Patientenzimmers die Hände. In besonderen Fällen können weitere hygienische Maßnahmen erforderlich sein, über die Sie das Pflegepersonal informiert. 

Aus medizinischen, pflegerischen und organisatorischen Gründen können bei Besuchen unvorhergesehene Wartezeiten entstehen. Hierfür bitten wir um Verständnis.

Informationen für Angehörige

Das Klinikpersonal ist für Sie da

Allein der Umstand, dass ein Nahestehender in der Klinik behandelt werden muss, beunruhigt Angehörige und macht Ihnen oft Sorgen. Denn eine Aufnahme auf die Intensivstation geht in der Regel einher mit einer schweren Erkrankung, einer Verletzung oder einer Komplikation.

Ihre Situation als Angehörige ist uns bewusst. So, wie wir versuchen, unseren Patienten zu vermitteln, was mit Ihnen geschieht, werden wir uns auch bemühen, mit Ihnen offen alle Probleme und Fragen zu besprechen, die sich im Verlauf der Behandlung ergeben. Es ist leider nicht immer möglich, die notwendige Dauer und den Ausgang der Intensivtherapie vorherzusagen. Diese Ungewissheit kann für Sie sehr belastend sein, besonders dann, wenn der Gesundheitszustand Ihres Angehörigen über einen längeren Zeitraum hinweg kritisch oder wechselhaft ist. Sie werden bei dem Team der Intensivstation aber jederzeit ein offenes Ohr für Ihre Sorgen finden.

Um Ihnen das Erscheinungsbild des Intensivstationsbettes zu erläutern, haben wir unter "Informationen zu medizinischen Geräten" einen Überblick über die von uns eingesetzte Medizintechnik für Sie zusammengestellt.

Was Sie tun können

Vertraute Kontakte mit Angehörigen und Freunden sind für den Patienten auf der Intensivstation von großer Bedeutung. Ihre Angehörigen nehmen Ihre Anwesenheit, Berührungen und Ihre Stimme wahr, auch wenn Sie durch Schlaf- und Schmerzmittel in einem leichten Dämmerschlaf befinden. Haben Sie daher keine Angst oder Scheu, Ihre Lieben zu berühren, Ihnen die Hand zu halten oder die Wange zu streicheln. Private Dinge aus der häuslichen Umgebung können dem Patienten, in dieser Phase der existentiellen Unsicherheit, ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln. Sprechen Sie mit dem Pflegepersonal ab, welche persönlichen Sachen geeignet sind. Blumen und Pflanzen sind aus hygienischen Gründen nicht gestattet.

Sie sind als Angehöriger unserer wichtigster Partner in unseren Anstrengungen bei einem Patienten nach einer Phase der Bewußtlosigkeit die Reorientierung zu erreichen. Sprechen Sie mit ihrem Angehörigen, erklären Sie wo er sich befinden, was sich ereignet hat und was unternommen wird, damit er wieder gesundet.

Auch Sie als Angehöriger befinden sich in einer belastenden Situation. Manchmal kann es hilfreich sein, sich jemandem anzuvertrauen, der nicht zum engeren Familienkreis gehört und gefühlsmäßig nicht so stark belastet ist. Ein Freund oder Vertrauter kann die Situation vielleicht besonnener und ruhiger beurteilen und eventuell besser Rat und Hilfe anbieten. Wenden Sie sich an uns, wenn Sie mit einem Seelsorger oder mit dem sozialmedizinischen Dienst aus unserem Haus Kontakt aufnehmen möchten. Pfarrer beider christlichen Konfessionen sind im Hause tagsüber erreichbar. Für Geistliche anderer Konfessionen steht die Intensivstation ebenfalls offen. Wir wären Ihnen auch dankbar, wenn Sie uns über Besonderheiten im Umgang mit Ihren Angehörigen informieren würden, die sich aus Ihrem Kulturkreis oder Ihrer Religion ergeben.

Grenzen der Intensivmedizin

Auch wenn wir die höchste ärztliche Kompetenz, die modernsten apparativen und medikamentösen Behandlungsverfahren einsetzen, um einem Patienten während einer lebensbedrohlichen Erkrankung zu helfen, können den Möglichkeiten der Medizin Grenzen gesetzt sein. Sollten wir Ihrem Angehörigen nicht mehr helfen können, begreifen wir es als unsere Aufgabe, weiterhin alles zu tun, um ihm Schmerzen und Leiden zu ersparen. Auch in der Sterbebegleitung sind wir für Sie da.

Informationen zu medizinischen Geräten auf der Intensivstation

Akustische und optische Alarme

Alle technischen Geräte einer Intensivstation sind mit empfindlichen Alarmfunktionen ausgestattet, die auf Veränderungen und Unregelmäßigkeiten mit akustischen und optischen Alarmsignalen reagieren. Eher selten zeigt ein Alarm den Eintritt einer lebensbedrohlichen Situation an. Die Vielzahl der verschiedenen Geräte erzeugt aber einen akustischen Geräuschpegel, der befremdlich und beängstigend wirken kann. Die Alarme als Teil der Überwachungsarchitektur einer Intensivstation sind ein wesentliches Instrument, um dem behandelnden Arzt, der Ärztin und dem intensivmedizinischen Team zu ermöglichen, für den Patienten und Patientinnen präsent zu sein.

Der Überwachungsmonitor

Dieses Gerät überwacht mit Hilfe verschiedener Messfühler, die mit dem Körper verbunden sind, kontinuierlich den Herzrhythmus, den Blutdruck, die Körpertemperatur sowie den Sauerstoffgehalt des  Blutes. Es können bei Bedarf weitere Messwerte erhoben werden, wie z.B. das Herzzeitvolumen, der Druck im Schädelinnenraum u.a.. Während die Standardmessverfahren zur Überwachung des Herzens, Kreislauf- und Atmungssystems nichtinvasiv sind, ist für die Gewinnung spezieller Messwerte häufig die Anlage von Kathetern, die die Körperoberfläche durchdringen, erforderlich.

Das Beatmungsgerät

Manchmal ist es notwendig, dass die Eigenatmung mit einem Beatmungsgerät unterstützt wird bzw. das Beatmungsgerät die Atmung übernimmt. Für diese Maßnahme wird in Narkose ein Beatmungsschlauch, ein Tubus, über Mund oder Nase in die Luftröhre eingelegt, über den das Beatmungsgerät mit Sauerstoff angereicherte Luft in die Lungen ein- und ausströmen lässt. Der Bedarf an Sauerstoff und die Funktion der Lunge werden dabei ständig überwacht. Die Patienten und Patientinnen können während der Zeit der Beatmung vorübergehend nicht sprechen, da der Beatmungsschlauch zwischen Ihren Stimmbändern liegt. Damit die Beatmung trotzdem komfortabel ist und keine Schmerzen empfunden werden, bekommen die Patienten schmerzstillende und beruhigende Medikamente. Es ist immer eine Pflegekraft im Zimmer. Die Dosis der sedierenden Medikamente ist so eingestellt, dass die Patienten in der Regel jederzeit erweckbar sind und mit der betreuenden Pflegekraft, dem behandelnden Arzt und den Angehörigen über Schreibtafeln und Gesten kommunizieren können.

Die apparative Infusionstechnik

Zahlreiche Medikamente zeigen eine bessere Wirksamkeit und eine geringere Rate unerwünschter Wirkungen, wenn sie kontinuierlich verabreicht werden. Diese Medikamente werden daher in präziser Dosierung durch Spritzenpumpen über in Venen eingelegte Katheter zugeführt. Können Patienten noch nicht selbst wieder essen oder trinken, ist eine künstliche Ernährung über einen durch die Nase in den Magen oder Dünndarm eingebrachte Ernährungssonde möglich. Eine künstliche Ernährung kann auch parenteral, d.h. unter Umgehung des Magen-Darmkanals erfolgen. Die Ernährungslösung wird dann unter der Kontrolle einer Infusionspumpe direkt in die Venen infundiert.

Weitere medizintechnischen Geräte

Weitere Überwachungs- und Behandlungsverfahren, die erforderlichenfalls eingesetzt werden, sind Rechtsherzkatheter, Geräte, die außerhalb des Körpers eine Blutwäsche ermöglichen und Messinstrumente zur Überwachung der Hirnströme oder des Schwellungszustandes des Gehirns.